Geschichte von Pöls

 

Die älteste Erwähnung von Pöls findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 860 n.Chr. Damals schenkte König Ludwig der Deutsche dem Salzburger Erzbischof eine Reihe von Höfen, Kirchen und Besitzungen, darunter auch die Curtis ad Pelisam, den "Königshof am Pölsbach". Weitere markante Zeitpunkte sind die Errichtung der Offenburg um ca. 1074, bzw. der Burg Reifenstein, die um 1145 erstmals urkundlich erwähnt wurde und zu den imposantesten Burganlagen der Steiermark zählte.



Schloss Sauerbrunn wurde um 1550 erbaut, kurz darauf auch die Sternschanze, vermutlich eine befestigungstechnische Spielerei des Franz von Teuffenbach, der auch das Schloss Sauerbrunn errichtete. Dieses steht über Mineralquellen, bei welchen es sich um den ältesten "Gesundbrunnen" der Steiermark handelt und die der Sage nach schon zur Zeit der Kreuzzüge bekannt und geschätzt waren.



Ein besonderes Kleinod stellt die Pfarrkirche Pöls dar. Sie wurde Mitte des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaut, weist ein gotisches Kreuzrippengewölbe auf, die Innenausstattung stammt in ihren wesentlichen Teilen aus dem 18. Jahrhundert (Hochaltar vom Judenburger Bildhauer Balthasar Brandstätter). Neben der Kirche stehen der romanische Karner (derzeit Aufbahrungsstätte) und eine gotische Totenleuchte.



Am Beginn der Industrialisierung standen die Hammerwerke im Pölstal (Anfang 16. Jh.). 1700 begann Ferdinand Fürst Schwarzenberg, der kurz zuvor das 1660 errichtete Schloss Gusterheim gekauft hatte, mit der Papiererzeugung in Pöls. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit der Gewinnung von Zellstoff aus Holzfasern die moderne industrielle Entwicklung eingeleitet und heute erzeugt die Zellstoff Pöls AG in einer der modernsten und umweltfreundlichsten Fabriken Europas hochwertigen Langfaser-Zellstoff.

Wir Pölser sind stolz auf unsere über 1.100-jährige Geschichte. Die Zeit ist in Pöls natürlich nicht stehen geblieben und heute sind wir eine moderne, industriell und landwirtschaftlich strukturierte Gemeinde, die in eine wunderbare Landschaft eingebettet ist und auch für den Tourismus etwas bietet.

Für die Freizeitbetätigung stehen den Gemeindebürgerinnen und -bürgern wie auch den Gästen seit 1993 ein großer Bio-Badeteich, ein Hallenbad mit Saunaanlagen, ein dichtes Wanderwegenetz, Radwanderwege, eine Mountainbike-Strecke, Tennisanlagen,  Eisstock- und Asphaltschießbahnen sowie Langlaufloipen zur Verfügung. Ein Start- und Landeplatz für Para- und Hängegleiter bietet durch hervorragende thermische Bedingungen im Pölstal beste Voraussetzungen.

Besonderer Wert wird heute und in der Zukunft auf eine sinnvolle Verbindung von Ökonomie und Ökologie gelegt. So prägen einerseits die industriellen Anlagen der Zellstoff Pöls AG das Ortsbild, andererseits zählt Pöls seit Jahren zu den blumengeschmücktesten Orten der Steiermark. Einen besonderen Meilenstein in den Umweltbestrebungen der Gemeinde bildete auch die Einführung der Fernwärme. Mit Überschuss-Dampf aus dem Zellstoffwerk versorgt die Steirische Fernwärmegesellschaft im Bereich der möglichen Anschlüsse rund 84% der Haushalte. Der gesamte Miethausbestand der Gemeinde wurde in den letzten Jahren einer Sanierung unterzogen, den Abschluss bildete die Generalsanierung der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Werkssiedlung.